Vollauszug im Wohnmobil selber bauen

In dem Artikel wird der Einbau eines Vollauszug im Wohnmobil beschrieben. Hier wird auch von einem Auszugsystem oder Schwerlastauszug am Camper gesprochen. Egal ob Ihr ein klassisches Wohnmobil oder einen Camper fahrt – im Heck habt ihr mehr oder weniger viel Stauraum zur Verfügung. Der ist aber relativ bald vollgepackt und zugestellt. Das fängt schon mit dem ständig benötigten Utensilien an – Wasserschlauch, Kabel, Stecker usw. benötigen schon mal den ersten Platz. Kommen jetzt noch Campingstühle und Tisch dazu ist der Stauraum im Heck schon fast voll – je nachdem was Euer Wohnmobil hinten an Stauraum hergibt.

Die erste Idee um Ordnung zu schaffen besteht fast immer aus Stapelkästen aus dem Baumarkt. Im ersten Moment sicherlich ganz praktisch – aber irgendwie nicht zufrieden stellend. Um an die hinteren Teile zu kommen muss man die vorderen Kästen immer herausheben und irgendwo außerhalb des Stauraums abstellen – und dort ist der Boden nicht immer sauber. Am Ende ist es fast immer ein umständliches Heben und Schieben – ganz davon abgesehen das alles in gebückter Haltung erledigt wird und man am Ende oft Schmutz im Wohnmobil hat.

Die Lösung: Vollauszug im Wohnmobil

Die Lösung ist ein fest verbautes Ordnungssystem. Am besten eine Konstruktion mit einem Schwerlastauszug – damit sind wir schon beim Vollauszug im Wohnmobil. Da mein Kastenwagen einen relativ großen Stauraum bietet habe ich mich für eine geteilte Lösung entschieden. Rechts der Schwerlastauszug und links zwei Zurrschienen mit denen sich weitere Gegenstände schnell und rutschsicher fixieren lassen. Anbei im Bild der fertigen Ausbau Lösung mit der neuen Ladefläche im ausgezogenen Zustand.

Vollauszug im Wohnmobil

Über der neuen Ladefläche habe ich eine Rahmenkonstruktion aus Aluminium Profilen gebaut um den verbleibenden Raum über den Kästen besser nutzen zu können. Hier können die zusammen gefalteten Campingstühle und der Campingtisch eingeschoben werden.

Planung

Für den Schwerlastauszug bin ich bei teleskopschienen24.de fündig geworden. Dort findet ihr alle möglichen Längen inklusive der Befestigungswinkel. Für die Befestigung der Winkel am Boden verwende ich Rampa-Muffen. Das sind Metallbolzen die außen ein Schneidegewinde für das Holz und innen ein Gewinde für normale Metallschrauben haben. Damit erhaltet ihr einen sicheren Halt in dem weichen Holzboden. Von den Muffen gibt es verschiedene Ausführungen – mit Kragen und ohne Kragen. Die Entscheidung fiel hier auf Muffen ohne Kragen da ich sie etwas tiefer in das weiche Holz eindrehen wollte. Insgesamt habe ich pro Seite 12 Stück verwendet wobei ich mir sicher bin das die Hälfte auch gereicht hätte. Achtung – die Muffen müssen unbedingt gerade eingedreht werden – am besten vorher an einem alten Stück Holz üben.

Einbau des Vollauszug im Wohnmobil

Den Boden für das Schienensystem lasst ihr euch im Baumarkt zuschneiden – in meinen Fall ist es eine Allzweckplatte die ich preiswert im Zuschnitt erhalten habe. Die Breite ergibt sich von selbst – die auf den Bildern zu sehenden Euro Boxen haben eine Standard Breite von 40 cm. In meinen Fall habe ich mit für Boxen mit 40 x 60 cm und 20 x 40 cm entschieden. An den vorderen und hinteren Rand habe ich dann einfach noch ein Aluminium Winkelprofil geschraubt. Damit haben die Boxen einen sicheren Stand und können nicht herausrutschen.

Der Vollauszug für den ersten Test mit einigen Schrauben fixiert.

Nach dem Einbau der Schienen kommt das Gerüst mit den Alu Profilen an die Reihe. Im Internet findet ihr Händler die euch die Profile auf Maß zurechtscheiden. Die lange Schiene am Boden wird direkt neben die Schiene vom Schwerlastauszug am Boden festgeschraubt. Natürlich wieder mit Rampa-Muffen. Ebenso die vier Profile an der Seitenwand. Aber Vorsicht! In meinen Kastenwagen befindet sich hinter der Seitenwand der Wassertank. Ich denke ich muss nicht extra erklären worauf ihr hier beim Bohren achten müsst. Ein Stück Blech dazwischen halten schafft hier die nötige Sicherheit …

Das Gerüst über dem Vollauszug im Wohnmobol

Anbei meine Einkaufsliste:

Zum Abschluss werden noch die Zurrschienen befestigt. Natürlich wieder mit den Einschraubmuttern. Hier habe ich pro Seite 6 Stück verwendet – das sollte auf jeden Fall reichen.

Die Zurrschienen neben dem Vollauszug

Falls ihr euch für die hier zu sehenden Zurrschienen interessiert, dann findet ihr hier weitere Informationen dazu: womoliebe.de/zurrschienen-im-wohnmobil-camper-einbauen/

20 Kommentare

  1. Hallo Uwe, mit großer Neugier und Begeisterung bin ich auf Deinen Bericht über den Ausbau Deiner Heckgarage gestoßen. Tolle Sache! 🙂 Ich bin ziemlicher Neuling in Sachen Womo bzw. Kastenwagen und habe genau, das von Dir beschriebene Thema in Sachen Kisten, Umräumen etc. in der Heckgarage als solchen für mich erkannt und wollte Abhilfe schaffen. Deine Lösung sihet wirklich super aus, ist durchdacht und genau das, was ich für meinen Pössl auch gerne so haben möchte. Handwerklich bin ich durchaus in der Lage das ganze zu bauen und auch zu planen. Da ich aber auch ein Mensch bin, der gerne auf fertige Dinge zurückgreift, wollte ich Dich fragen, ob Du mir die detailierte Materialliste, mit deinen Maßen zur Verfügung stellen kannst?
    Würde mich sehr freuen von Dir zu hören.
    Viele Grüße aus Schlüchtern
    Kohei

    1. Hi,
      1 Paar Schwerlastauszug 1305319-900mm, 1 Set Montagewinkel Set WIBO 13053-380-380 und 1 Set Montagewinkel Set WIPL 13053-380-380 mit Verriegelung.
      Von Teleskopschienen24.de. Es würden auch längere reinpassen, aber ich wollte hinten noch etwas Platz haben für die Wäschesäcke. Die haben wir mit Klettband innen an der Schottwand angebracht – die Wäsche und leeren Pfandflaschen werfen wir dann einfach durch die beiden Öffnungen in der Schottwand rein…

  2. Hallo Uwe,

    ich habe Deinen Bericht und den Ausbau Deiner Heckgarage gerade im Netz gefunden, super Ausbau, sieht richtig gut aus.
    Allerdings hätte ich noch eine Frage an Dich: Du hast ja die Schwerlastauszüge mit den Einschraubmuffen im Boden verschraubt, sind unter dem Holzboden keine Kabel oder sonstiges verlegt? Und wie tief hast Du die Muffen eingedreht?
    Gruß
    Martin

    1. Hallo,
      für die Muffen habe ich den Holzboden bis zum Anschlag vom Blech aufgebohrt. Drunter liegen bei mir keine Kabel, die würden ja sonst gequetscht werden. Die Höhe – musst du einfach mal messen bei dir.
      Gruß,
      Uwe

        1. Also 220Kg wirst du bestimmt nicht hinten rein laden, der Kasten ist sowieso schon knapp an 3,5T beladen. Bei mir sind in den Kästen die Wanderschuhe, die Schlauchrolle, Stromkabel, die Auffahrkeile und alles andere was man zur Not mal gebrauchen könnte. Halt der ganze KruschKram. die für 130 Kg reichen also auf jeden Fall …

    1. Hi Alex,

      puh, das habe ich gar nicht mehr am Radar. Aber so um die 200-250€ müssten es wohl gewesen sein. Aber die sind es auf jeden Fall Wert. Letztes Jahr hat mir auf dem CP jemand stolz seinen Einbau gezeigt – er hatte den Vollauszug als gigantisches Schuhregal realisiert. Drin waren fast nur Schuhe seiner Freundin. Man kann den Wert also nicht nur in Euro bewerten 😉

      Gruß,
      Uwe

  3. Moin, sag mal, hast du tatsächlich 20×20 Aluprofil genommen? Rein vom Gefuehl wuerde ich auf 30×30 zurueckgreifen, hast du mittlerweile Erfahrungen gesammelt, lockert sich was, müssen die Schrauben in den Winkeln nachgzogen werden? Ansonsten toller Bericht…
    Gruß
    Juergen

    1. Hallo Jürgen,
      also die 20×20 Alu Profile – kein Problem, die müssen bei mir ja nichts tragen. Die Gleitschiene ist direkt am Boden befestigt und die Profile dienen nur als Träger für die Ablage über den Kisten (zwischen Kisten und Bettkante). Dort liegen bei mir die gefalteten Campingstühle und der zusammen gefaltete Campingtisch drauf. Zusätzlich bilden die Profile einen Schutz damit aus dem freien Stauraum daneben nichts in die Kisten rutscht und diese blockiert. Also kein Problem.

      Was mal passiert ist: die Madenschrauben der Verschraubungen der Winkel – da hat sich mal eine gelockert. Also einfach darauf achten das die Madenschrauben fest sitzen, ggf. mit Lockfix (leicht oder mittelfest reicht) arbeiten. Beim Aufbau darauf achten, das die im Profil versenkten Haltewinkel so angebracht sind, das die Schrauben nicht Kopfüber eingeschraubt werden. Falls sich mal eine lockert – dann könnte sie in dem Fall nach unten fallen und verloren gehen.

      Viel Freude bei der Planung,
      Uwe

  4. Hallo Uwe
    Könntest Du Deine Einkaufsliste hinzufügen? Bei dem Beitrag oben ist zwar ein Hinweis „ Anbei meine Einkaufsliste:“, aber es wird nichts angezeigt.
    Gerade im Hinblick auf die Längenangaben der Querprofile (zum Tragen des oberen Holzbodens) sowie der Verbindung der Aluprofile (da gibt es ja ziemliche starke Preisunterschiede), was sinnvoll bzw. notwendig ist, wäre ich um Deine Erfahrungen dankbar.

    Besten Dank
    Grüße
    Thomas

    1. Hallo Thomas,

      eine direkte Einkaufsliste mit Längen und Stückzahlen habe ich leider nicht mehr. Aber wenigstens die Links zu den benötigten Produkten – die sind im Beitrag unter ‘meine Einkaufsliste’ zu sehen.

      Gruß,
      Uwe

  5. Hallo Uwe
    Ich habe noch eine Frage zu den Auliprofilen:
    Wie befestigt man diese an der Wand bzw. (das lange Profil) auf dem Boden?
    Gibt es hierzu spezielle Verbindungstechnik oder muss man Löcher durch die Profile bohren?

    Prima wäre auch noch, die Einkausliste zu sehnen damit man insbesondere die richtige Verbindungstechnik besorgt.
    Die Ansicht „ Anbei meine Einkaufsliste:“ zeigt nichts an.

    Besten Dank!

    Grüße
    Thomas

    1. Hallo Thomas,

      in die Profile habe ich Löcher gebohrt und damit in Boden/Wand mit den Rampamuffen fixiert. Geht ganz einfach. Einkaufsliste: Die habe ich beim besten Willen nicht mehr. Am Ende sind die Abmessungen in den jeweiligen Kastenwägen ja doch leicht abweichend und die meisten ändern das dann nach individuellen Bedürfnissen leicht ab. Sorry – da musst du jetzt leider durch – aber es lohnt sich auf jeden Fall ..

      Viele Grüße und Erfolg beim Bauen,
      Uwe

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